Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber es lohnt sich nicht.
Heinz Rühmann
Hund und Mensch leben in einer Symbiose, die sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. Wir gehören zusammen
- aber wie?
Der Begriff Symbiose beschreibt allerdings nur das Zusammenleben zweier verschiedener Spezies, das noch weiter unterschieden wird.
Die ersten Hunde, die die menschlichen Siedlungen umstrichen und auch die heutigen halbwilden Dorfhunde in südlichen Ländern leben in einer kommensalen Beziehung zu den Menschen. Die Hunde nutzen die Ressourcen der menschlichen Siedlung und werden von den Menschen geduldet - ähnlich wie unsere Stadttauben oder Ratten. Kommensalismus besteht, wenn eine Art einen Vorteil aus der Beziehung erzielt, während die andere nicht beeinflusst wird.
Hund und Mensch jagen zusammen und kommen mit einer Beute nach Hause, die keiner von ihnen alleine hätte erlegen können. Auch Hunde, die Schafe oder den Hof hüten oder Schlitten ziehen oder sonst einen Job haben, ziehen aus der Symbiose den Nutzen versorgt zu werden und als Gegenleistung verrichten sie ihre Arbeit. Im Prinzip ein ganz normales Angestelltenverhältnis. Gebrauchshunde und Menschen leben in einer mutualistischen Beziehung. Mutualismus ist eine Beziehung von gegenseitigem Nutzen, das, was häufig gemeint ist, wenn von Symbiose die Rede ist.
Parasitismus dagegen beschreibt ein Verhältnis, bei dem ein Partner auf Kosten des anderen profitiert. Ein Bandwurm zum Beispiel. Im Grunde sind unsere heutigen Gesellschaftshunde, deren einzige Aufgabe darin besteht, Hund zu sein, eben solche Parasiten. Da sitzt mit aller Selbstverständlichkeit der Welt ein Raubtier in unserem Wohnzimmer und lässt es sich auf unsere Kosten gut gehen. Ist das nicht ein Paradebeispiel von Parasitismus? Auch wenn wir unseren Parasiten noch so sehr lieben (vor die Wahl gestellt ob Bandwurm oder Hund würde ich mich immer für den Hund entscheiden!!!) - wir zahlen.
Eine weitere Form der Symbiose ist der Ammensalismus, und auch diese Art der Beziehung zwischen Hunden und Menschen existiert. Amensalismus bedeutet, dass eine Art der anderen schadet ohne das zu wollen möglicherweise sogar ohne es zu merken. Der Käfer unter der Schuhsohle erlitt eben dieses Schicksal, oder auch die Delfine, die als Beifang in Thunfischnetzen ertrinken. Aber Fido? Kommt vor. In den Rassestandards der modernen Hundezucht gibt es strenge Richtlinien für das äußere Erscheinungsbild der jeweiligen Rasse. Dadurch, dass bevorzugt "Champions" zur Zucht eingesetzt werden, kommt es rasch zu Inzucht und einer Anhäufung von ungünstigen genetischen Eigenschaften, die oft das Risiko von Erbkrankheiten drastisch erhöhen. Manche Rassen sind äußerlich so verkrüppelt, dass ein qualfreies Leben nicht möglich ist, zB brachycephale (kurzschnauzige) Rassen, in deren Kiefern nicht genug Platz für die Zähne ist oder die Probleme mit der Wärmeregulation haben und deswegen zu Ohnmachten neigen.