Wer ist Fido?

Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber es lohnt sich nicht.
Heinz Rühmann

hund hund

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Ernährung und Verdauung

Hunde sind Allesfresser, ihr Gebiss und Verdauungsapparat zeugen aber deutlich von einer Vergangenheit als Raubtier.

Hunde haben 42 Zähne, von denen die meisten spitz und scharf sind und für das Reißen und Zerschneiden von Fleisch geschaffen sind. Im Gegensatz zu Pflanzenfressern haben sie ein unbewegliches Kiefergelenk, das sich wie ein Scharnier öffnet und schließt, aber für das Zermahlen von Pflanzenteilen nicht geeignet ist.

Hunde kauen ihre Nahrung auch kaum sondern schlucken sie einfach runter. Dementsprechend haben Hunde auch nur wenige Geschmacksknospen,ca. 1500 - wir dagegen haben ca. 9000, die süß, sauer, salzig und bitteren Geschmack wahrnehmen. Auch ein spezieller Wasserrezeptor soll dabei sein. (Damit wären Hunde die idealen Konsumenten für die teuren Mineralwasserimporte aus allen Ecken und Enden der Welt.) Grundsätzlich besitzt eine Spezies umso mehr Geschmacksknospen, je länger sie ihre Nahrung kaut. Das darf man aber nicht mit dem Geschmacksempfinden verwechseln, das hauptsächlich von Geruchssinn geleistet wird. Fido hat sehr wohl das Zeug zum Gourmet. Im Hundespeichel gibt es auch keine Amylase, ein Enzym. das den Abbau von Kohlehydraten einleitet. Eine Anpassung an die fleischliche Nahrung und das rudimentäre Kauen.

Experimente haben gezeigt, dass Hunde in der Tat gekochtes Fleisch rohem vorziehen und dass sie in der Regel Rindfleisch bevorzugen. Dafür, ob es Fido schmeckt ist in erster Linie der Geruch, dann die Textur und an letzter Stelle der Geschmack der Mahlzeit verantwortlich.

Die Speiseröhre ist relativ weit und sowohl der Hervorwürgen bereits verschluckter Nahrung als auch das Verzehren von Erbrochenem sind für einen Hund ganz normal. Im Wildhunderudel wird die Nahrung für stillende Mütter oder auch deren Welpen im Magen transportiert und dann wieder hervorgewürgt.

Die Nahrung verbleibt recht lange, 4-8h, im Magen. Durch die Absonderung von Magensäure, echter Salzsäure, herrscht ein extrem saures Milieu, der pH liegt zwischen 1 und 2.

Zusätzlich sind verdauungsaktive Enzyme am Werk. Es bildet sich ein Speisebrei, der schließlich in den Dünndarm gelangt. Hier herrscht ein relativ neutraler pH. Enzyme von Leber und Pankreas beginnen ihre Tätigkeit. Im Dickdarm erfolgt dann die Resorption von überschüssigem Wasser und Elektrolyten. Was übrig bleibt kommt hinten raus.

Der Fleischanteil in der Nahrung ist, wenn Fido kann wie er will, auch immer noch hoch. Ein Wolf nimmt 99% Fleisch und 1% Gemüse zu sich, das verwilderte Haushundrudel, das Günther Bloch in Die Pizza-Hunde: Freilandstudien an verwilderten Haushunden. Verhaltensvergleich mit Wölfen. Tipps für Hundehalter beschreibt, ernährt sich dagegen von Pizza- und Pastaabfällen - ein weiter Weg. Das könnten Wölfe aber auch, der Mageninhalt eines getöteten Wolfes bestand einmal ausschließlich aus Birnen.

Die ursprüngliche Nahrungsquelle ist aber das Beutetier, wobei besonders der Magen- und Darminhalt sowie die Innereien und gar nicht so sehr das Muskelfleisch eine wichtige Rolle spielen, erzählt man sich. Der Magen- und Darminhalt besteht bei Pflanzenfressern aus einer Portion halbverdautem Gemüse. Gut für den Räuber, denn die sonst unverdauliche Cellulose ist seinem Stoffwechsel hier schon zugänglich gemacht.

Fleischfresser besitzen einen kurzen Darm, der nur nur ca. viermal so lang wie das Tier ist und die Nahrung passiert den Darm relativ schnell, so dass auch mit Krankheitserregern belastete Nahrung keine gesundheitlichen Auswirkungen hat. So kann sich Fido auch die aufgedunsenen Innereien, die da im Wasser treiben, schmecken lassen

Alles Geschmackssache, sagte der Affe...

Während ihrer Selbstdomestikation ernährten sich Hunde wohl in erster Linie von den Abfällen der menschlichen Ernährung - tierischen Nebenprodukten.

Mit bangem Erwarten habe ich Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter. Es war aber nicht eklig, nur erschütternd. Nämlich, dass neben tierischen Nebenprodukten eine Menge potenziell gesundheitsschädlicher Stoffe, die nicht einmal deklariert werden dürfen, zugesetzt werden. Und Aromen, um üblen Geschmack zu übertünchen.

Am Besorgnis erregendsten fand ich allerdings die Kapitel über die Ernährung von Nutztieren, denn deren Futter landet letztendlich auf unserem Teller. (Wenn man sich über die eigene Ernährung richtig gruseln will, muss man auch Die Suppe lügt: Die schöne neue Welt des Essens vom selben Autor lesen. Da verliert man die Illusion, im Supermarkt gäbe es Lebensmittel zu kaufen - aber das nur nebenbei.

Und wenn man seinen Hund gesund ernähren möchte, sollte man vielleicht doch über biologische artgerechte Rohfütterung nachdenken, das so genannte BARFen, oder ihm wenigstens gelegentlich mal einen Knochen zukommen lassen. Dafür gibt es die Knochenfresserbewegung, Freunde des Knochens und Gegner von Dosenfutter. Wer sich mit der Rohfütterung von Hunden näher befassen möchte, dem empfehle ich Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde - Ein praktischer Leitfaden zur Lektüre.